Anthologie: Okernebel

Okernebel - phantastisches aus Braunschweig CoverWas lauert in den Tiefen des Heidbergsees?
Wieso gibt es keine Biber im Braunschweiger Zoo?
Und erinnert sich noch jemand an Braunkohlchips?

Neun lokale Autoren haben diese und andere brennende Fragen zum Anlass genommen, einen Blick hinter die Fassaden der Stadt, vor allem aber hinter die Fassaden der Realität zu riskieren. Von dem, was sie dort entdeckt haben, erzählen sie in dieser Anthologie.
Geister im Magniviertel, Hexen im Botanischen Garten …
Dreizehn Geschichten zeichnen das Portrait eines ganz anderen Braunschweigs: mal heiter, mal erschreckend, immer wieder skurril.

Bist du bereit für eine Stadt im Okernebel?

ISBN-13: 978-3746089201

256 Seite, 11,90 €

Leseprobe

Veröffentlicht am 15. März 2018, BoD – Books on Demand, Norderstedt

Herausgeber: Laura Kier, Nele Sickel & Stephanie Lammers

Kurzgeschichten

Sonja Duska: „Der Schuhbaum“

Laura Kier: „Lichter“ und „Katzenbalgen“

Nicole Kudelka: „Braunschweigs Wesen“

Stefan Lammers:“Gaußberg“, „Seidenmann“ und „Süßes oder Saures“

Stephanie Lammers: „Hexenwerk“

Susanne Reimering: „Rastlos“

Nele Sickel: „Augenblick“ und „Till, we meet again!“

Cel Silen: „Fünf gegen das Krähenheer“

Lena Weiler: „Freund oder Feind?“ und „Im Glanz der Sterne“

Stadtpläne

Braunschweig Innenstadtplan Braunschweig Stadtplan

Glossar

Braunkohl: Braunschweiger Variante von Grünkohl.

Braunschweiger Löwe: Der 1129 geborene Herzog von Bayen und Sachsen, Heinrich der Löwe, ließ den bronzenen Löwen gießen, um seine Macht zu demonstrieren. Der Löwe wurde um 1166 auf dem Platz der Burg Dankwarderode errichtet. Das Original kann heute in der Burg Dankwarode besichtigt werden, während auf dem Burgplatz eine Nachbildung steht.

Braunschweiger Dom: Er wurde in den Jahren 1173 bis 1195 von Heinrich dem Löwen erbaut. Der Dom sollte als Heinrichs Grabstätte dienen. 1195 wurde er dort neben seiner Ehefrau Mathilde bestattet.
Heute finden im Dom Veranstaltungen wie z.B. Konzerte statt. Außerdem sind Besichtigungen möglich. Der Dom ist die Bischofskirche der Evangelisch-lutherischen Landeskirche.

Burgplatz: Um den Platz herum befindet sich die Burg Dankwarderode und der Dom St Blasii, beide von Heinrich dem Löwen errichtet. Ebenfalls sind dort Fachwerkbauten und der Braunschweiger Löwe zu finden. Der Platz hat eine hohe geschichtliche und kulturelle Bedeutung.

Eintracht: Braunschweiger Fußballverein, der in der 2. Bundesliga spielt. (stand Frühjahr 2018)

Fischteiche: Anfang des 19. Jahrhunderts erschufen Mönche des Klosters Riddagshausen ein ca. 500 ha großes Sumpfgebiet. Dort befinden sich Fischteiche, Felder und Wiesen, die heute ein Naturschutzgebiet bilden.

Gaußberg: Parkanlage in der Braunschweiger Innenstadt. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts gehörte der Gaußberg zur barocken Stadtbefestigung. Zwischen 1831 und 1835 wurde die Gegend um den Gaußberg zu einer Parkanlage umgestaltet. Ende des 19. Jahrhundertst nutzte der in Braunschweig geborene Wissenschaftler Carl Friedrich Gauß den Berg für sein nach ihm benanntes Koordinatensystem. Noch heute gibt es alte Vermessungssteine am Gaußberg.

Gliesmarode: Ein Stadtteil von Braunschweigs, der ca. 3 Kilometer von Riddagshausen und 3 Kilometer von der Innenstadt entfernt liegt.

Graff: Braunschweiger Buchhandlung.

Hagenmarkt: Mit der Katharinenkirche und dem Heinrichsbrunnen ist der Hagenmarkt das Zentrum des, von Heinrich dem Löwen gegründeten, Hagen. Ein Stadtteil, in dem früher Siedler, meist Tuchmacher und Wollweber, lebten. Sie machten das sumpfige Gelände nutzbar. Der Hagenmarkt ist heute ein Straßenknoten der braunschweiger Innenstadt.

Heidberg und Heidbergsee: Heidberg ist ein Stadtteil im Süden von Braunschweig mit ca. 8000 Einwohnern. Im Heidbergpark liegt der Heidbergsee mit einer Fläche von ca. 15 Hektar. Im Sommer wird dort gebadet. Ein offizieller Badesee ist es allerdings nicht.

Jasperallee: Ursprünglich trug die geradlinig verlaufende Straße den Namen „Kaiser-Wilhelm-Straße.“ Sie verläuft vom Staatstheater im Westen bis zum Stadtpark im Osten. Die Jasperallee wird gesäumt von dreigeschossigen Häusern, die vor dem Krieg stilistisch gleich und auf hohem wohnarchitektischem Niveau errichtet worden sind. Heute ist davon nur noch an einigen Stellen etwas zu sehen.

Kattreppeln: Kattreppeln bedeutet „Katzenäckerchen“, was sich aus „katte“ für Katze und „repel“ für kleines Flurstück zusammensetzt. Im Prinzip besagt es, dass ein (Flur-)Stück von minderer Qualität ist. Der Begriff wird häufig für Straßen oder Siedlungen verwendet (so wie auch für eine Straße in Braunschweig).

Katzenbalgen: Ein Denkmal in der Nähe von Kattreppeln. Die Säule, von Sigfried Neuenhauser gefertigt, besteht aus Kalkstein und Bronze. Sie zeigt spielende, sich balgende Katzen und könnte als eine Deutung des Straßennamens Kattreppeln verstanden werden.

Kohlmarkt: Der Kohlmarkt besteht schon seit dem 10. Jahrhundert als eine frühe Siedlung der Stadt Braunschweig, wobei die Häuser heute Fassaden aus verschiedenen Epochen zeigen. Er ist ein zentraler Treffpunkt an dem auch Veranstaltungen stattfinden.

Kloster Riddagshausen: Das im Jahr 1145 von Zisterziensermönchen gegründete Kloster ist heute eine evangelisch-lutherische Klosterkirche. Sie steht Besuchern auch für Feierlichkeiten wie Taufen und Hochzeiten offen.

Lichtparcours: Ein Event, bei dem man an zahlreichen Orten in Braunschweig Lichtinstallationen bei Nacht bewundern kann. So fährt z.B. ein beleuchtetes Floß auf der Oker, wobei der Höhepunkt der Fahrt aus einem Lichtkunstwerk unter der Jasperallebrücke (eine permanente Installation) besteht.

Magniviertel: um den zentralen Magnikirrchplatzplatz befindet sich eines der ältesten Stadtviertel Braunschweigs: das Magniviertel. Fachwerkhäuser, kleine Cafés, Geschäfte und die Magnikirche sind dort zu finden. Als einer der wenigen Orte in Braunschweig hat das Magniviertel die Bombenangriffe im zweiten Weltkrieg weitgehend gut erhalten überstanden.

Oker: Die Oker entspringt im Harz und fließt über Schladen und Braunschweig über 128 km durch Niedersachsen. Bei Müden mündet sie in die Aller. Weiter fließt die Aller in die Weser und endet in der Nordsee. In Braunschweig verläuft die Oker teilweise unterirdisch. Zudem bildet sie einen Ring um die Innenstadt.

Oker Floßfahrten: Auf einem Floß können Gärten, zugewachsene Ufer und andere sehenswerte Anblicke von der Oker aus besichtigt werden. Neben dem Ausblick finden auch Events wie Krimilesungen auf den Floßen statt.

Quadriga: Eine Wagenlenkergruppe aus Siliziumbronze; in Braunschweig mit der Stadtgöttin Brunonia als Wagenlenkerin. Auf dem Braunschweiger Schloss steht die größte Quadriga Europas, die genau wie das Schloss nach dem zweiten Weltkrieg neu erstellt wurde. Man kann auf die Quadriga-Plattform steigen, um sie zu besichtigen und eine Panoramaaussicht auf die Innenstadt zu erhalten.

Schloss: Das Braunschweiger Schloss war die Residenzs der Herzöge von Braunschweig-Lüneburg am Bohlweg. Es wurde im zweiten Weltkrieg stark beschädigt. 1960 wurde es abgetragen und 2006 mit Originalteilen, alten Plänen und Fotos an seinem ursprünglichen Platz, größtenteils Originalgetreu, zum dritten Mal wieder aufgebaut. Das Schloss wird heute von der Stadt und dem Kulturinstitut als Bücherei, Archiv und Verwaltungsgebäude genutzt.

Schloss Arkaden: Einkaufszentrum in der Braunschweiger Innenstadt.

Schuhbaum: Über diesen Baum kursieren einige Gerüchte. Fakt ist, dass ein Baum in der Helmstedter Straße/Ecke Rautheimer Straße in Braunschweig mit Schuhen vollbehangen ist.

Schunter und Schunteraue: Die Schunter ist ein Fluss, der mit einer Länge von 57 km vom Elm durch Braunschweig fließt und kurz danach in die Oker einmündet. In den 1950er Jahren wurde der Fluss stark von Menschen beeinträchtigt. Seit zehn Jahren wird sie in Abschnitten renaturiert.
Die Schunteraue ist ein Gebiet an der Schunter, das von Hoch-, und Niedrigwasser geprägt ist. Dort sind Gegenstände aus der Steinzeit, wie z.B. kleine Messer aus Feuerstein, gefunden worden.

Staatstheater Braunschweig: Als reiner Opernbetrieb öffnete das Theater bereits 1690. Ab Mitte des 18. Jahrhundert wurden auch Theaterstücke aufgeführt. Die Uraufführungen von Gotthold Ephraim Lessings „Emilia Galotti“ im Jahr 1772 und Goethes „Faust-der Tragödie erster Teil“, gehören zu den bedeutendsten. Im zweiten Weltkrieg wurde das Theaterhaus stark zerstört, konnte aber schon drei Jahre später wieder eröffnen.

St. Aegidien: St. Aegidien: Eine Kirchengemeinde, die sich 2006 aus fünf selbstständigen Gemeinden zusammenschloss. Es ist eine Katholische Gemeinde, die ungefähr die Hälfte der Stadt Braunschweig umfasst.
Die Pfarrkirche St. Aegidien ist die katholische Hauptkirche in Braunschweig und wurde nach einem Brand 1278 vollständig neu gebaut. Zwischenzeitlich diente die Kirche als Kriegsgefängnis und Konzertsaal. Im Zweiten Weltkrieg wurden die Gebäude stark beschädigt. Nach dem Wiederaufbau wurde die Kirche wieder als Gotteshaus genutzt.

Stele: Eine Stele ist ein frei stehender Steinpfahl, der mit Reliefen oder Innschriften geschmückt ist. Er fungiert als Grab-, oder Gedenkstein.

Südsee: Er wurde Anfang des 19. Jahrhunderts angelegt, um Überschwemmungen der Oker abzufangen. Allerdings fließt die Oker nicht hindurch, sondern daran vorbei. Heute ist der 54 ha große See zwischen Rüningen und Melverode in Braunschweig ein Naturerholungsgebiet.

Tierpark Essehof: Ein kleiner Zoo in der Nähe von Braunschweig (in der Gemeinde Lehre). Der Park bietet die Möglichkeit, Patenschaften für Tiere zu übernehmen und hat das ganze Jahr über geöffnet. Besucher können sich im Tierpark einheimische Wildtiere (z.B. Luchse und Uhus) sowie einige Haustierrassen(z.B. Ziegen und Riesenesel) beobachten.

Till Eulenspiegel: Ein Narr, der seine Streiche 1300-1350 in Braunschweig, Berlin und anderen Städten – sogar über die Grenzen Deutschlands hinaus – gespielt haben soll. Er ist ein Sinnbild von Schadenfreude und Spott. In Braunschweig gibt es den Eulenspiegelbrunnen (in der Nähe der Braunschweiger Zeitung), an dem sich Till mit einigen Meerkatzen vergnügt. Bei Bombenangriffen im zweiten Weltkrieg blieb der Brunnen als einziges unbeschadet stehen.

Zoo Braunschweig: Ein kleiner familienbetriebener Zoo nahe vom Südsee, in dem Patenschaften für Tiere übernommen werden können. Zu sehen gibt es Tiere wie Katas, Schnee-Eulen, Baumstreifenhörnchen, Waschbären und Tiger. Der Zoo hat das ganze Jahr über geöffnet.